Regensburg Digital: Stefan Aigner alleine gegen den Strom

Unabhängig, mutig, unterfinanziert

Mit oben genannten Schlagworten beschreibt der Herausgeber Stefan Aigner seinen online Blog. Sein Onlineportal heißt „Regensburg-digital“ und ist eine Zeitung für Regensburg. Die Redaktion ist eine „ein-Mann-Redaktion“.

Wie kam er zum Journalismus?

Den Grundstein zum Journalisten hat er mit einem Volontariat bei einer Wochenzeitung in Regensburg gelegt.
Nach der zweijährigen Ausbildung erhält er in der gleichen Redaktion ein „schlecht bezahltes Angebot“, unter Tarifbezahlung. Er nimmt die Stelle nicht an.

Er bekommt ein Angebot bei einer Monatszeitung und beschäftigt sich viel mit Bürgerjournalismus, beispielsweise den Leserbriefen. Seine Hauptaufgabe ist hierbei der redaktionelle Teil. Gleichzeitig startet er sein erstes Projekt im Bereich Onlinejournalismus.

In dem ersten Lokalblog wurden ungefiltert Pressemitteilungen, Leserbriefe und redaktionelle Artikel chronologisch veröffentlicht. Dem aktuellen Herausgeber gehen jedoch die finanziellen Mittel aus. Stefan Aigner geht erneut auf Jobsuche. Parallel zum Konkurs, sucht ein Anzeigenblatt einen Redakteur, der auf Selbstständigenbasis das Onlineportal während dem Wahlkampf betreut. Er bekommt die Stelle und nimmt die Herausforderung an.

Mit seinen Berichterstattungen als freier Journalist ist Stefan Aigner sehr erfolgreich. Zu den größten Erfolgen zählen zwei Rücktritte während der Wahlperiode. Nach Beendigung des Wahlkampfes war nicht klar, wie es weiter geht. Der Selbstständige sichert sich die Domäne „Regensburg-digital“ und betreibt das Anzeigenblatt alleine. Anfangs dachte er, „das ist eine Übergangsphase“.

Es dauert nicht lange, dann starten die ersten Prozesse, beispielsweise mit einem Rüstungskonzern, der katholischen Kirche oder dem bekannten Möbelhaus XXXLutz. Der Bekanntheitsgrad steigt und es wurden Fördervereine zur Finanzierung gegründet. Seit dem 11. April 2008 besteht die „Ein Mann Redaktion“ und zählt etwa 170.000 Zugriffe. Gelegentlich schreiben freie Mitarbeiter Artikel, für eine Vollanstellung reichen die Fördermittel jedoch nicht. Teilweise gibt es sogenannte „best off s“, eine Printausgabe mit den besten Artikeln, mit 1000 Auflagen. Dank zahlreicher Kurse lernt Herr Aigner diverser Programme zum Thema Mediengestaltung und wird nach und nach zum „Allrounder“. Heute ist der Blog „www.regensburg-digital.de“ die älteste Onlinezeitung. Das Portal wird zu 70 Prozent durch Fördervereine und Leserspenden finanziert. Es besteht die Möglichkeit des „sozialen Schaufensters“, in dem Unternehmen und Firmen Werbeanzeigen auf dem Blog schalten können. Die Leserschaft wird auf ein Durchschnittsalter von etwa 30 Jahre geschätzt. „Die etwas älteren Leser lassen es sich sogar vom Nachbarn ausdrucken, wenn sie nicht mit dem Computer zurechtkommen.“ schmunzelt Herr Aigner.

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