Rocket Beans TV – Livestream im Internet

Eine Mischung aus Gaming, Fernsehen und Web: Mit diesem Erfolgsrezept konnte die Web-Sendung Rocket Beans TV bereits nach einem Jahr eine große Community  gewinnen- die ist begeistert von dem einmaligen Konzept


Früher in der Schule gab es immer einen „Nerd“. Keiner wollte so sein wie er, denn er war anders und niemand konnte ihn leiden. Heute ist das anders. Seit Januar diesen Jahres gibt es das Format Rocket Beans TV. Oder wie sie sich selbst nennen: Die Nerdshow. Hauke Gerdes, Chef der Marketing-und PR-Abteilung bei Rocket Beans weiß: „Nerd sein ist cool. Das sei mittlerweile völlig normal und nichts Unattraktives.“ In spätestens 20 Jahren haben wir einen Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin, die Videospiele gezoggt hat.

70 Millionen nutzen Livestreaming

Laut einer Statistik von statita.com, haben 2014 rund 70 Millionen Menschen in Deutschland schon einmal Livestreaming genutzt. Der große Vorteil: Der Verbraucher kann einschalten, wann immer er will und ist nicht auf bestimmte Zeiten festgenagelt. Dies nutzt auch der Web-Sender Rocket Beans. Die Onlineseite „Twitch“ bietet die nötige Plattform.

Rocket Beans: Das sind die vier Gründer Daniel Budiman, Etienne Gardé, Arno Heinisch, Nils Bomhoff und Simon Krötschmer. Gemeinsam mit rund 40 Mitarbeiter machen sie seit Januar 2015 von Hamburg aus ihre Sendung Rocket Jeans TV. „Wir sind unsere eigenen Auftraggeber und produzieren, was uns Spaß macht“, sagt Arno Heinisch, Gründer und Geschäftsführer von Rocket Beans TV GmbH. Dabei heraus kommt eine Mischung aus Gaming, Fernsehen und Web. „Momentan machen wir noch viel Nischenkram“, meint Gerdes. Das solle sich jedoch ändern. „Wir wollen da raus und nicht mehr nur ein Insider sein.“

Rocket Beans TV und ihre Community

Viele Zuschauer der Vorgänger- Show „Game One“, die auf mtv beziehungsweise Viva erfolgreich war, sind auch jetzt Rocket-Beans-Publikum. Drei Viertel von ihnen sind zwischen 22 und 38 Jahren. „Unsere Community ist mit uns mitgewachsen“, sagt Hauke Gerdes. „Sie ist ein wichtiger Teil unseres Unternehmens.“ Dabei grenzt er das Wort Community klar von dem Begriff „Fan“ ab: „Fans applaudieren – eine Community bestimmt mit“, betont der 28-Jährige.

Im Vergleich zu einer Fankultur im Fußball sei eine Sache sehr wichtig: Die Differenzierung zwischen den Vereinen wird beim Fußball sehr stark ausgelebt. Ein Bayernfan, ist und bleibt ein Bayern-Fan mit Leib und Seele. Hauk Gerdes möchte genau das verhindern: „Wir wollen nicht, dass jemand, der Rocket Beans schaut, alles andere doof findet.“ Jedoch habe die Fantradition auch ihre schönen Seiten: „Der Zusammenhalt ist toll. Aber darauf sind wir nicht neidisch.“

Das haben die „Bohnen“ sich zum Markenzeichen gemacht: Eine enge Gemeinschaft um sie herum, die Wünsche äußern, beim Programm mitbestimmen können und wie Freunde sind. „Die Leute lieben uns, weil wir echt sind – keiner spielt eine aufgesetzte Rolle“, sagt der Hamburger Rocket-Bean-Mitarbeiter. Viele Spenden für die Sendung und verschicken Herzchen über die Kommentare. Die Finanzierung klappt also ganz gut. „Das macht man nur, wenn es einem viel wert ist“, meint Heimisch. Auch Werbung ist bei dem Format plötzlich für viele kein Problem mehr. „Die Leute sehen ein, dass wir Werbung brauchen, um zu überleben.“ Mit diesem Erfolgsrezept beweisen die Rocket Beans: Fernsehen funktioniert noch – auch bei Jüngeren.

Ronja Straub

Quellen

www.youtube.com/user/ROCKETBEANSTV
Interviewpartner: Hauke Gerdes

Bild: selbst gemacht

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