Schleichwerbung – verschleierte Werbebotschaften

Verschleierte Werbebotschaften

Was ist Schleichwerbung?

Das bewusste Verschleiern einer werblichen Botschaft in einem Medium gilt als Schleichwerbung. Der Verbraucher oder der Zuschauer wird gezielt in die Irre geführt. Die Schleichwerbung erscheint außerhalb von Werbeblöcken, also während einer Sendung oder Serie. Sie kann unterschiedliche Inhalte anpreisen: Produkte, Dienstleistungen und Marken von einem Unternehmen, oder sogar das Unternehmen selbst anwerben. Eine Überschreitung liegt dann vor, wenn die Veröffentlichung über ein begründetes öffentliches Interesse oder das Informationsinteresse der Leser hinausgeht. Ein weiteres Beispiel zur Überschreitung ist eine Veröffentlichung, welche bezahlt wird, bzw. durch geltwerte Vorteile belohnt wird.

Beispiel einer Schleichwerbung: Ein Interview mit Boris Entrup (Juror von Germany´s next Topmodel) wird in einem Lifestyle-Magazin abgedruckt.

Was der Leser nicht weiß, das Magazin ist Cooperationspartner der Sendung von Pro7. An drei Stellen in dem Bericht wird ein Kosmetikprodukt erwähnt, beispielsweise „Maybelline New York“. Der deutsche Presserat hat eine öffentliche Rüge (schärfste Sanktion) ausgesprochen. Er bemängelt, dass die Koorperation von dem Magazin erwähnt werden müssen. Es besteht kein Anlass die Pflegemittel namentlich zu nennen.

Was sagt der Pressekodex dazu?

Ziffer 7 – Trennung von Werbung und Redaktion

Die Verantwortung der Presse gegenüber der Öffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder durch persönliche, wirtschaftliche Interessen der Journalisten beeinflusst werden. Verleger und Redakteure wehren derartige Versuche ab und achten auf eine klare Trennung zwischen redaktionellen Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken. Bei Veröffentlichungen, die ein Eigeninteresse des Verlages betreffen, muss dies erkennbar sein.

Schleichwerbung muss unterschieden werden von Produktplazierungen, denn diese sind seit 2010 erlaubt!

Was ist eine Produktplazierung? Produktplazierungen sind Werbungen, welche unterschwellig in einer beliebigen Sendung platziert werden. Diese müssen sichtlich gekennzeichnet sein. Ein bekanntes Beispiel für solche eine Kenntlichmachung ist der Satz „unterstützt durch Produktplazierungen“, welcher am Anfang und am Ende jeder betroffenen Sendung und zwischen den einzelnen Werbeblöcken eingeblendet wird. Die redaktionelle Verantwortung und Unabhängigkeit bleibt unbeeinflusst. Es wird kein Zuschauer zum Kauf aufgefordert. Eine bekannte Beispiel ist „Schlag den Raab“ auf Pro7.

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