Struktur und Aufgaben des Presserats

Aufgaben des Presserats

Der deutsche Presserat ist ein Organ der freiwilligen Selbstkontrolle der Medien in Deutschland. Er setzt sich aus den großen deutschen Verleger- und Journalistenverbänden zusammen und tritt für Presse-, Meinungs- und Informationsfreiheit ein. Medienfrage.de erklärt die Struktur und Aufgaben des Presserats

 

Organisation und Aufgaben des Presserats

Der Presserat ist ein eingetragener Verein, dem je zwei Verleger- und Journalistenorganisationen angehören:

  • Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV)
  • Deutscher Journalisten-Verband (DJV)
  • Deutscher Journalistinnen und Journalisten-Union (dju) in ver.di
  • Verband Deutscher Zeitschriftenverleger

Die vier Organisationen entsenden je zwei Mitglieder in den sogenannten Trägerverein. Dieser beschäftigt sich mit den finanziellen, personellen und organisatorischen Grundlagen des Presserats.

Über inhaltliche Fragen, wie beispielsweise neue Richtlinien für den Pressekodex oder öffentliche Stellungnahmen diskutiert die Vollversammlung des Presserats. Dieses 28-köpfige Gremium, bestehend aus gewählten, ehrenamtlichen Vertretern der Trägerorganisationen, tagt zwei mal im Jahr.

Beschwerden über Publikationen behandeln die Beschwerdeausschüsse des Presserats. Sie bewerten die Beschwerden auf Basis des Pressekodex. Die Ausschüsse werden vom Plenum gewählt und sind jeweils zur Hälfte mit Journalisten und Verlagsvertretern besetzt. Die Ausschüsse kommen viermal im Jahr zusammen.

 

Beschwerde beim Presserat

Grundsätzlich kann jeder eine Beschwerde beim Presserat einreichen. Die einzige Bedingung ist, die Beschwerde muss schriftlich – online oder per Post – eingereicht werden. Der betroffene Artikel sollte außerdem mit eingesendet werden. Im Online-Bereich sind ein Link zum Artikel sowie ein Screenshot notwendig. In der Beschwerde sollte nach Möglichkeit bereits Bezug auf den Pressekodex genommen werden. Der Presserat entscheidet dann in einem Beschwerdeverfahren ob die Beschwerde begründet ist und welche Maßnahmen folgen.

 

Das Beschwerdeverfahren im Überblick

Nach Eingang wird die Beschwerde einer Vorprüfung unterzogen. Ist die Beschwerde offensichtlich unbegründet, folgt eine schriftliche Mitteilung. Ist sie nicht offensichtlich unbegründet wird nach einem Vermittlungsversuch zwischen den Beteiligten die betroffene Redaktion um eine Stellungnahme gebeten. Anschließend landet der Artikel in den Beschwerdeausschüsse. Diese beraten und entscheiden darüber ob die Beschwerde begründet ist oder nicht. Sehen die Ausschüsse keine Begründung, werden alle Beteiligten darüber informiert. Sollte die Beschwerde begründet sein, verhängt der Presserat eine Maßnahme und informiert anschließend ebenfalls alle Beteiligten über den Ausgang des Beschwerdeverfahrens.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*