TV-Moderation leicht gemacht: Tipps für Anfänger

Wie gelingt mir die perfekte TV-Moderation? Bei Günther Jauch und Co. sieht das immer so einfach aus, doch auch die abgezocktesten Profis mussten erst lernen, wie es geht. Die folgenden Tipps helfen euch dabei, den Einstieg in eure Moderatorenkarriere zu erleichtern.

TV-Moderation im Studio

Die Vorbereitung

Bevor ihr loslegt, solltet ihr euch über die Voraussetzungen klar sein, die einen guten TV-Moderator ausmachen. Doch selbst wenn ihr alle Kriterien erfüllt, schüttelt ihr eine gute Moderation nicht einfach aus dem Ärmel. Klar, wer das Talent zum Improvisieren hat sollte das auch nutzen, aber eine intensive Vorbereitung ist das Fundament für eine souveräne Leistung vor der Kamera. Wichtig hierbei ist die Gestaltung eurer Notizen. Dafür gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Manche bevorzugen es ihren gesamten Moderationstext auf die Karte zu schreiben, andere notieren sich lieber nur Stichpunkte. Beides hat Vor- und Nachteile:

Variante 1 – Fließtext:

Natürlich ist es komfortabel, wenn ihr den Text nur ablesen müsst. Aber diese Vorgehensweise bietet auch Gefahren: Wenn ihr euch zu sehr darauf verlässt und das eigene Gedächtnis ausschaltet, führt das dazu, dass ihr während eurer Moderation andauernd auf die Karte schaut. Das kommt nicht gut beim Zuschauer an, denn der möchte angesehen werden. Außerdem bietet Variante 1 nur wenig Improvisationsspielraum. Der ist zwar nicht unbedingt nötig, doch eine spontane Formulierung lockert eine TV-Moderation auf und kann so für das gewisse Etwas sorgen. Doch nicht nur vor der Kamera kann einiges schief gehen, schon beim Formulieren des Textes gibt es Stolperfallen. Zu beachten ist, dass ihr keinen Printtext schreibt, sondern einen mündlichen Vortrag, der möglichst authentisch und ohne Versprecher rüberkommen soll. Also vermeidet ewig lange Schachtelsätze und komplizierte Fremdwörter. Haltet die Sätze kurz und simpel und benutzt nur die Begriffe, die ihr auch in eurem Alltag verwendet.

Variante 2 – Stichpunkte:

Diese Herangehensweise ist eher für Leute geeignet, die sich spontan Wörter aus den Fingern saugen können ohne lange nachzudenken. Das heißt aber nicht, dass sie keine intensive Vorbereitung benötigt. Ihr solltet euch auch hier Gedanken darüber machen wie ihr die Inhalte ausformuliert und es einige Male üben. Denn das Schlimmste was einem Moderator passieren kann, ist ein völliger Blackout. Daher solltet ihr für jeden Stichpunkt auf eurer Karte ein paar Sätze in eurem Kopf abgespeichert haben, die ihr nicht wortwörtlich, aber inhaltsgemäß vortragen könnt. Auch wenn Variante 2 auf den ersten Blick wenig aufwendig erscheint, solltet ihr hierbei ähnlich viel Arbeit investieren als bei der ersten Variante.

TV-Moderation im Studio

Ein sicherer Stand und eine ruhige Austrahlung sind Grundvoraussetzungen für eine gelungene TV-Moderation.

Die TV-Moderation

Der Moment ist gekommen. Ihr müsst vor die Kamera und Leistung bringen. Hier ein paar generelle Tipps, die ihr beachten solltet:

  • Immer in die Kamera schauen, es sei denn ihr habt einen Gesprächspartner, dann wechselt ihr zwischen Partner und Kamera
  • Ruhig bleiben und einen sicheren Stand haben, kein Wackeln oder wildes Gestikulieren
  • So wenig wie möglich auf die Karte schauen
  • Bei lockeren Themen stets lächeln, bei ernsten Themen einen neutralen Gesichtsausdruck bewahren
  • Lasst euch Zeit und gönnt euch kurze Pausen zwischen den Sätzen, wer ohne Punkt und Komma redet, läuft Gefahr sich zu versprechen

Nun zum wichtigsten Tipp überhaupt: Seid ihr selbst! Nur wer authentisch ist, kommt gut beim Publikum an. Denn Zuschauer merken, wenn ihr euch verstellt. Nicht jeder ist zum Entertainer geboren und wer im Privatleben nicht gut im Witze erzählen ist, braucht es vor der Kamera erst recht nicht versuchen. Andere können widerum keine sachlichen Nachrichten vortragen, da sie den Hang zur Selbstdarstellung haben. Ihr müsst den Moderationsstil finden, der eurem Charakter entspricht, nur dann könnt ihr richtig aufblühen. Und nur dann, fühlt ihr euch dabei wohl und sicher.

Eines sollte euch aber immer klar sein: Ihr werdet Fehler machen. Das liegt aber nicht daran, dass ihr schlecht seid. Selbst die Tagesschau mit den wohl seriöstesten Sprechern Deutschlands, bleibt von Pannen nicht verschont. Wichtig ist aber, dass euch die Fehler nicht aus dem Konzept bringen, sondern dass ihr konzentriert weiter macht. Wenn ihr euch versprecht, dann lächelt und sagt das Wort nochmal. Ein Moderator ist zugleich auch Mensch und Menschen machen Fehler. Nutzt das zu eurem Vorteil: Wer Missgeschicke mit Humor nimmt und locker wegsteckt wirkt sympathischer und echter als jemand, der seinen Text wie eine Maschine herunterrattert.

Übung, Übung, Übung…

Wie in den meisten Bereichen des Lebens gilt auch bei der TV-Moderation: Übung macht den Meister. Ihr werdet bei euren ersten Gehversuchen vor der Kamera das eine oder andere Mal stolpern, aber das gehört dazu. Jeder Fehler bietet die Chance beim nächsten Mal etwas besser zu machen. Wer am Ball bleibt, seine Stärken ausspielt und gezielt an seinen Schwächen arbeitet, wird mit jedem Versuch besser und irgendwann zu einem lockeren, professionellen Moderator, der alle Stolpersteine mit Bravour umschifft und souverän durchs Programm führt.

 

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