Verantwortung im Journalismus: Ethische Grundsätze

Wer haftet im Journalismus?

Wer haftet im Journalismus?

Bevor wir die Verantwortung im Journalismus klären, werfen wir einen Blick auf die Medien, denn diese stehen täglich in der Kritik. In sozialen Medien, aber auch in politischen Bewegungen, beispielsweise Pegia, werden die Medien häufig mit dem Schlagwort „Lügenpresse“ betitelt.
Der deutsche Kommunikationswissenschaftler und Soziologe Siegfried Weischenberg unterteilt die Verantwortlichen in vier Bereiche.

 

Individualethik
Die Individualethik ist der Teil der Ethik, der sich mit den ethischen Ansprüchen an Individuen (den Einzelnen) befasst. Konkret: es geht hier um die Fragen nach dem rechten Handeln des Einzelnen als Person.
Der verfassende Journalist ist Handlungsträger und muss für seinen Inhalt haften. Der Printjournalist muss genauso sorgfältig Recherchieren und Verantwortung tragen, wie der Radiomoderator im Sender.

Professionsethik
Für eine bestimmte Berufsgruppe werden moralische Normen festgelegt. Diese Maßstäbe geben Standards vor und sind Hilfestellungen für die tägliche Praxis in den Redaktionen. Beispiele hierfür sind die sorgfältige Recherche und Objektivität.
Meistens liegen diese Regeln in Kodizes vor. Leitlinien und Kodizes müssen umgesetzt, interpretiert und in der jeweiligen Situation abgewogen werden.

Institutionenethik
Das Betrifft den Kreis der Verleger und Unternehmer. Die Verlage, egal ob privat oder öffentlich-rechtlich, befinden sich in einem Widerspruch: soziale Verantwortung vs. ökonomisches Interesse. Sie ringen am Markt um Marktanteile, haben große Konkurrenz und müssen Geld einnehmen um bestehen zu bleiben. Andererseits haben sie eine öffentliche Aufgabe. Sie müssen Bürger mit Informationen versorgen und das beste und aktuellste Material bieten. Es ist ein Konflikt zwischen kommerziellem Streben als Wirtschaftsunternehmen und moralischem Handeln als Produzent.

Publikumsethik
Publikumsethik fragt, wie sich das Publikum verhalten soll, nicht wie es sich verhalten muss. Dafür gibt es Gesetze wie die Jugendschutzbestimmungen. Die Situation, dass das Publikum auch das Programm durch gezielte Ablehnung beeinflussen kann, ist nur eine Idealvorstellung. Der Konsum soll nicht nur dem Zeitvertreib, sondern auch der moralischen Dimension, der Informationsbeschafftung und Bildung dienen.

 

Pressefreiheit und eine funktionierende Medienlandschaft sind unerlässlich für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Insofern haben Medien politische Macht und tragen Verantwortung dafür.

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