Virales Marketing im Journalismus

Virales Marketing im Journalismus

Die Kunden sind Teil der Werbung, wissen es aber nicht. Die Kunden fassen die Werbung nicht als Werbung auf, sondern eher als Unterhaltung. Die Kunden verbreiten die Werbung rasant und kostenlos weiter. Das ist keine Wunschvorstellung großer Firmen, sondern eine gängige Werbestrategie namens Virales Marketing.

Virales Marketing ist eine besondere Form der Werbung. Unternehmen erstellen eine spezielle Nachricht, die auf ihre Marke, ihr Produkt oder ihre Kampagne aufmerksam machen soll. Wichtig an dieser Strategie ist dabei die Art der Verbreitung. Das Unternehmen muss eine kreative Grundidee entwickeln und zusätzlich planen, wie es seine Botschaft am strategisch besten in Umlauf bringt. Damit das virale Marketing erfolgreich ist, muss das zielgerichtete Ausstreuen der Nachricht, das Seeding, stimmen. Die Firmen nehmen dafür vor allem die sozialen Netzwerke. Hier verbreiten die Nutzer die jeweilige Werbebotschaft durch liken, teilen und retweeten in kürzester Zeit wie einen Virus untereinander weiter.

Beispiel für virales Marketing im Journalismus

Virales Marketing hat vor allem in sozialen Medien Erfolg. Die meisten Menschen sind Teil des viralen Marketings und wissen es nicht.

Das amerikanische Medienunternehmen BuzzFeed ist das Erfolgsbeispiel für virales Marketing. „Die Medienbranche verändert sich und die Inhalte verbreiten sich selbst über das Publikum“, erklärte der Gründer Jonah Peretti in einem Vortrag im Jahr 2013. „Mit dieser Vorstellung im Kopf gründeten wir [im Jahr 2006] BuzzFeed.“ Sein Portal nutzt keine üblichen journalistischen Mittel wie Printprodukte oder Sender. Peretti will zeitlose Inhalte schaffen und diese von Menschen ausstreuen lassen. Ein Artikel ist gut, wenn die Leser ihn liken und teilen, und nicht wenn er viele Aufrufe hat. „Die durch den Beitrag angesprochenen Emotionen sind für die Menschen wichtiger als die Intelligenz“, hat der 41-Jährige analysiert. Auf seiner Plattform veröffentlicht er sowohl süße Tiervideos als auch seriöse Berichte zu ernsten Themen. Diese Mischung aus Unterhaltung und Information macht BuzzFeed zum Vorbild für die weltweite Konkurrenz. Die Bunte arbeitet beispielsweise schon intensiv an einem ähnlichen Onlineauftritt.

Jonah Perettis Vortrag über BuzzFeed

Vor- und Nachteile des viralen Marketing

Virales Marketing dauert lange und ist teuer, gleichzeitig geht es schnell und ist kostenlos. Das Seeding muss im Voraus genau durchdacht und ausgearbeitet sein, was viel Zeit und Geld kostet. Die jeweilige Mitteilung muss unterhaltsam sein und das Interesse am Produkt wecken. Sieht das Publikum die Nachricht als Schleichwerbung, wirkt sich das negativ auf deren Stimmung aus. Das virale Marketing hat sein Ziel verfehlt. Wirkt das Seeding jedoch wie geplant, zahlen sich die Investitionen aus. Die Verbreitung über die sozialen Medien geht rasend schnell und ist zudem umsonst.

Die Welt wird immer vernetzter, das Internet immer unausweichlicher und die sozialen Netzwerke gewinnen immer mehr an Einfluss. Deshalb wird das virale Marketing in Zukunft wahrscheinlich noch populärer. Noch mehr Firmen werden diese Art der Werbung nutzen, da sie insgesamt sehr effektiv und rentabel ist, um auf sich und seine Produkte aufmerksam zu machen.

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