Zeitgemäßer Journalismus – Online oder Print?

Was ist eigentlich zeitgemäßer Journalismus? Printjournalismus, Zeitungen und Magazine sterben aus. Blinkende Websites, Newsletter und soziale Netzwerke sind inzwischen die Nachrichtenquelle Nummer eins. Auf welches Medium sollen sich Journalisten nun spezialisieren?

Printjournalismus vs. Onlinejournalimus

Printjournalismus ist in erster Linie dazu da, der Bevölkerung Informationen zu liefern, an die die Menschen nicht kommen, aber trotzdem die breite Masse interessieren. In Deutschland geht es den Printjournalismus noch einigermaßen gut. In den USA ist die Situation schlimmer einzuordnen. Dort gibt es ein regelrechtes Zeitungssterben. Was damit zu tun hat, dass Deutschland einen kulturellen Bezug zum gedruckten Buch hat. Doch ob das zeitgemäßer Journalismus ist ist die andere Frage.

Langsam, langsamer, Printjournalismus

Die Entwicklung von Printjournalisus im Vergleich zu Online ist jedoch allgegenwertig. Das Angebot an Medien das es noch vor einigen Jahren gab, hat sich stark vergrößert. Was Onlinemedien mehr Nutzer gebracht hat. Verleger Elmar Weixlbaumer weiß warum: „Menschen, die eher digital affin sind, nutzen Onlineangebote, weil es sie jetzt gibt. Andererseits sind jedoch auch neue Leser dazugekommen, die zuvor kein Medium genutzt haben, aber jetzt in Onlinemedien ihre Heimat gefunden haben.“ Konsumenten die wenig Zeit haben holen sich ihre Nachrichten auch eher aus dem Netz. Die Artikel im Internet sind einfach schneller zu finden. Mit dem Smartphone schnell einen RSS-Feed abonnieren oder auf Twitter einen Link anklicken. Außerdem haben die Menschen weniger Zeit und Lust eine ganze Ausgabe einer Tageszeitung an einem Tag zu lesen. Onlinemedien sind leben einfach von ihrer Aktualität und Vielfalt.
Lutz Frühbrodt, Professor für Fachjournalismus an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt sieht die Stärken von Onlinejournalismus die Schwächen des Printjournalismsu: „Onlinemedien lassen sich permanent aktualisieren. Dafür mangelt es manchmal an Tiefe und Gründlichkeit. Auch das ist wahrscheinlich ein Grund für ihre Beliebtheit.“

„Vorteile von Printmedien gibt es nicht“- Kein zeitgemäßer Journalismus

Gedruckte Medien gab es schon weit vor den Onlinekonkurrenten. Schon im 17. Jahrhundert verbreiteten Journalisten die Nachrichten mit Zeitungen. Inzwischen brechen die Auflagenzahlen ein. Immer weniger Menschen greifen auf Printmedien zurück. Über die Finanzierung der Tageszeitungen sollten sich keine Sorgen gemacht werden, meint Elmar Weixlbaumer: „Bislang haben sie ja auch geschafft. Zeitungen konnten immer durch Werbung und Paid Content überleben, ähnlich wie bei Onlinemedien.“ Doch trotz der schlechten Auflagezahlen, lesen Konsumenten offenbar immer noch gerne Zeitung. In den USA favorisieren 15 Prozent das E-Book. Diese Zahl geht immer weiter zurück. Folglich bevorzugen 85 Prozent der Leser das gedruckte Buch. Ähnlich ist es bei Zeitschriften. Die Printkonsumenten blättern gerne beim Frühstück, im Wartezimmer oder beim Kaffeetrinken eine Zeitung beziehungsweise Zeitschrift durch. Solange das Publikum nachfragt wird, wird es nicht verschwinden. „Printjournalismus hat keine richtigen Vorteile. Das sind rein geschmackliche Präferenzen, die für sie sprechen. Manche blättern gerne und genießen das Gefühl von Papier.“
Lutz Frühbrodt sieht die Stärke der Printmedien in ihrer Gründlichkeit und Tiefe. In Magazinen werden meist über mehrere Seiten aufwendig investigativ recherchierte Artikel veröffentlicht. Das aktuellste Beispiel ist sicherlich die „Schwarze Kasse“ für die Fußballweltmeisterschaft 2006. Doch bisPrint zeitgemäßer Journalismus wird, kann es dauern.

Teamwork ist jetzt gefragt

Es gibt wie immer im Leben Vorteile und Nachteile auf beiden Seiten. Aber warum verbinden junge Journalisten nicht beide Medienarten. Auch wenn der Job im Printbereich liegt, muss der Journalist von heute sich in der Onlinewelt einigermaßen gut auskennen. Das sieht auch Lutz Frühbrodt so: „ Die Hochschulausbildung ist heute meist schon crossmedialer, zumal die jüngeren Menschen von vornhinein technisch versierter sind.“ Die Redakteure die schon länger im Geschäft sind, sollten sich eher umdenken. Print wird immer schwächer und Online immer stärken werden. Die Lösung ist es nicht zu diskutieren ob es so ist, sondern sich einfach mit zu entwickeln. Einfach versuchern zeitgemäßen Journalismus zu bieten.

Wer sich für dieses Thema mehr interessiert sollte auch bei Laura reingucken!

Quellen:

  • Interview mit Lutz Frühbrodt, Dozent an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurth
  • Interview mit Elmar Weixlbaumer, Autor und Publizist

Bilderquelle:

  • Bild ist selber gemacht

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