Medienfinanzierung – so lebt der Journalismus

Auch Journalisten müssen von Geld leben - Medienfinanzierung (Quelle: Pixabay)

Medienfinanzierung, und damit auch die Finanzierung des Journalismus wird von vielen Faktoren beeinflusst. Darstellung und das Medium spielt eine Rolle: Fernsehjournalismus, Hörfunkjournalismus, Printjournalismus oder Onlinejournalismus. Auch die Felder der Berichterstattung und etwaige Handlungsrollen; wie dem investigativen, dem interpretativem oder dem informellen Journalismus lassen auf unterschiedliche Einkommensmöglichkeiten schließen. Eine gute Übersicht bietet jedoch die Unterteilung in:

  • Staatliche Medien
  • Öffentlich-rechtliche Medien
  • Privatrechtliche Medien
  • Entrepreneurial Journalism (Unternehmensjournalismus)

Länderabhängige Finanzen – Staatliche Medien

In Deutschland hat sich der Staat weitestgehend aus der Pressearbeit herauszuhalten. Freie Medien, und somit auch vom Staat ungestörte Pressefreiheit wird sehr hoch angesetzt und ist auch im Grundgesetz unter Artikel 5,  Meinungsfreiheit und Informationsfreiheit festgelegt. Gründe dafür sind unter anderem das dritte Reich. Medien wurden von der NS kontrolliert und zu Propagandazwecken missbraucht, um das Volk unter Kontrolle zu halten. Dieser tiefe Einschnitt in die deutsche Geschichte des Journalismus führte zu einer alleinigen Selbstkontrolle durch die Medien selbst und folglich einer weitestgehend staatlich unabhängigen Medienfinanzierung.

Medien in Russland beispielsweise werden seit ihren Anfängen in der Zarenzeit gewissermaßen vom Staat finanziert. Allerdings leidet die Pressefreiheit darunter. Der Bericht Freedom of the Press von der internationalen Nichtregierungsorganisation Freedom House, bewertet die Presse in Russland im Jahr 2015 als „nicht frei“ und sah einen generellen Abwärtstrend. 2002 wurde das Land noch als „teilweise frei“ angesehen.

Öffentlich-rechtliche Medienfinanzierung

Als öffentlich-rechtlicher Rundfunk (kurz ÖRR) werden sowohl die Hörfunk- und Fernsehprogramme als auch die Organisationsstruktur von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bezeichnet. Nach dem zweiten Weltkrieg folgte die Demokratisierung der West-Alliierten in Deutschland. Im Zuge dessen leitete der Britische Journalist Hugh Green die Gründung des öffentlich-rechtliche Rundfunks nach britischem Vorbild (BBC) als beitragsfinanzierte Körperschaften, beziehungsweise Anstalten des öffentlichen Rechts.

Die Finanzierung des ÖRR in Deutschland stützt sich auf einer „dualen Finanzierung“: dem Rundfunkbeitrag und den Werbeeinnahmen. Die Grundsätze der staatlichen Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks legte das Bundesverfassungsgericht in seiner Rundfunkrechtsprechung fest um den Auftrag des Staates – seinen Bürgern eine mediale Grundversorgung zu gewährleisten – auszuführen.

Privatrechtliche Finanzierung

Als privatrechtlich gilt jedes „private“ Medienunternehmen, was publizistische Medien betreibt oder für diese produziert (dazu gehören Presse-, Rundfunk-, Film-, Musik- sowie Online-Inhalte). Diese Unternehmen stellen eine gesellschaftliche Öffentlichkeit her und unterliegen eigenen medienrechtlichen Bestimmungen. Als wesentliche Träger und Urheber von Mode- und Meinungsbildung in der Bevölkerung und unterscheiden sich somit von anderen Unternehmen. Vor allem große Medienkonzerne wie Google, Comcast oder Time Warner stehen wegen ihrer enormen Einflussmöglichkeiten auf die öffentliche Meinung und politische Entwicklung im Zentrum medienpolitischer und gesellschaftlicher Debatten.Einige Medienkonzerne verfügen über Budgets in der Höhe von Nationalstaaten.

Die größten Medienkonzerne und deren Erfolg in der Medienfinanzierung

Umsatzzahlen für das Geschäftsjahr 2014 (Institut der Medien- und Kommunikationspolitik)

Finanzierungsformen in privatrechtlichen Medien ist vielseitig. Private Rundfunkanstalten erzielen ihren Umsatz hauptsächlich aus Werbeeinnahmen oder Verkauf von Abonnements (Pay-TV). Ein kleiner Teil der Sender finanziert sich über Spenden, durch Teleshopping, oder aus kostenpflichtigen Zuschaueranrufen zwecks Televoting oder Call-in-Gewinnspiele. Andere Medien wie Print, greifen zu ähnlichen Mitteln wie Werbung oder Pay-Wall-Varianten (so etwas wie Pay-TV, nur für Online-Zeitungen und -Zeitschriften). Weitere Möglichkeiten der Medienfinanzierung liegen im Crowdfunding. Mit dieser Methode der Geldbeschaffung lassen sich Projekte,  Geschäftsideen und vieles andere mit Eigenkapital oder dem Eigenkapital ähnlichen Mitteln versorgen. In Deutschland zumeist in Form von Darlehen oder stiller Beteiligungen – die Kapitalgeber sind meist mehrere Internetnutzer. Möglich ist sind auch Stiftungen und Branded Contend als eine Form der Werbung. Diese beschreibt das Sponsoring von Artikeln, von ganzen Publikationen oder der ganzheitlichen Gründung von Medienunternehmen .

Entrepreneurial Journalism

Jahrzehnte lang haben sich Journalisten aus betriebswirtschaftlichen Fragen herausgehalten, deshalb dürfte die Wortschöpfung „unternehmerischer Journalismus“ („Entrepreneurial Journalism“) irritieren. Da unbefristete Arbeitsverträge für Journalisten so rar wie nie sind, kann es durchaus sinnvoll sein, sich der ökonomischen Seite ihres Berufes zu widmen und an Selbstvermarktung zu denken. Unternehmerischer Journalismus bedeutet sich selbst vermarkten, aber auch sich somit selbst zu finanzieren. In den USA erkennen das bereits viele Ausbildungsstätten und lehren ganz gezielt unternehmerische Fähigkeiten. Die Bestrebungen, Journalismus mit Unternehmertum zu verknüpfen, sind in Europa noch bescheiden.

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